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Foodsharing

Großartige Idee einer Online-Plattform mit Sitz in Köln. Seit Ende 2012 gibt es die Plattform Foodsharing.de.

Dort kann man sich registrieren, wenn man Lebensmittel abzugeben hat, die noch verwertbar sind. Also wenn ich selber den Kühlschrank voll habe und in Urlaub fahre, kann ich das dort angeben, damit es jemand abholt. Oder ich sammle im Supermarkt Lebensmittel, die weggeworfen werden, obwohl sie noch essbar sind. Mittlerweile haben sich knapp 40.000 Nutzer registriert in über 239 Städten. Initiiert wurde das Ganze von Valentin Thurn, der 2011 den Film „Taste the Waste“ gemacht hatte. foodsharing_LogoIn dem Film geht es um die alltägliche Lebensmittelverschwendung. Jährlich werfen deutsche Privathaushalte Lebensmittel im Wert von 22 Milliarden Euro weg! Spiegel Online hat vor wenigen Tagen über die Aktivisten der Uni Darmstadt berichtet, die auf dem Campus einen Kühlschrank aufgestellt haben, in dem Lebensmittel zum Abholen für Jedermann gelagert sind. Und das alles kostenlos. Rund 20 Studenten füllen den Kühlschrank zweimal die Woche mit Lebensmitteln, die sie bei Supermärkten abholen. Ich finde das eine super Aktion. Neulich habe ich gelesen, dass Bäckereien 30 % ihrer Ware wegwerfen, obwohl sie noch gut ist. Nur deswegen, weil man ständig frische Ware im Regal haben möchte. Das ist doch Wahnsinn! Gott sei Dank gibt es solche Initiativen wie foodsharing.de oder Die Tafel, die bei Catering-Unternehmen übrig gebliebene Lebensmittel abholen und an Bedürftige verteilen.

Als ich letztes Jahr in Hamburg bei einer TEDx-Veranstaltung war, berichtete Anja Fiedler von ihrem Projekt „Food for the city – Harvest the city“. Mit Kindern zusammen sammelt sie bei Supermärkten weggeworfene Lebensmittel und pflanzt vor allem Gemüse damit an, das dann gemeinsam gegessen wird. Eine super Sache für die Kinder und es zeigt deutlich, dass die Wegwerf-Gesellschaft langsam umdenkt. Ich bin sicher, dass es von solchen tollen Projekten noch viel mehr gibt. Und da fällt mir ein Spruch ein, den ich neulich gelesen habe. Da sagte eine ältere Dame auf die Frage, warum ihre Ehe solange hält, dass sie aus einer Generation stammt, die die Dinge nicht so schnell weggeworfen hat, sondern sie versucht hat, zu erhalten. Oder in einer TV-Doku über Recycling, das nicht wirklich stattfindet, weil Organisationen vor allem Technik-Schrott in die Dritte Welt verkaufen, hieß es, dass Müll eine Erfindung der Menschen ist und in der Natur an sich nicht vorkommt. Das bringt mich auch wieder auf den Verpackungsfreien Supermarkt, der auf Müllvermeidung aus ist und die Verpackung gleich weg lässt. Im Kleinen habe ich schon damit angefangen und lasse die Verpackung gleich in der Tonne im Supermarkt. Wenn das jeder machen würde, dann würden vielleicht auch herkömmliche Supermärkte umdenken, weil die Entsorgungs-Kosten steigen. In diesem Sinne, also Müll vermeiden und Lebensmittel nicht einfach wegwerfen, nur weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Oder gleich nur das einkaufen, was man direkt verwendet. Das spart Geld und ist gesünder, weil frischer.

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