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Warum ich einen Food Blog mache

Pasta mit Tomaten für Food Blog

Warum ich einen Food Blog mache ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird. Heute will ich diese Frage ausführlich beantworten. Und auch die Frage: wie sieht eigentlich der Alltag eines Food Bloggers aus? Oder in meinem Fall einer Food Bloggerin?

V iele meiner Freundinnen fragen mich das immer wieder, weil sie wissen, dass ich auch noch einen Full-Time-Job habe und es trotzdem schaffe, mindestens drei Mal pro Woche neue Beiträge zu veröffentlichen. Auch der liebste Schwabe bekommt immer wieder zu hören, wie schön es doch ist, eine Food Bloggerin zuhause zu haben, weil es dann immer etwas Leckeres zu essen gibt.

Wie kam es überhaupt zum Food Blog Elle Republic?

Im Jahr 2014 meinte der liebste Schwabe, sich mit dem Thema Bloggen näher auseinandersetzen zu müssen. Und da er wusste, dass ich gerne koche, fragte er mich, ob ich nicht Lust auf einen Food Blog hätte. Ich dachte mir nichts dabei und habe einfach drauf los gekocht und danach das Handy gezückt und Bilder gemacht. Nach einigen Monaten habe ich mir das Ergebnis dieses Blogs angeschaut und war so überhaupt nicht zufrieden. „Das bin nicht ich“ habe ich gedacht. Also habe ich mir gesagt, wenn schon, dann richtig. Die Entscheidung dazu fiel während eines Trips auf die schöne Insel Rhodos. Bei Wein und leckerem mediterranem Essen ist mir dann der Name Elle Republic eingefallen. In meiner Republik kann ich schließlich machen, was ich will. Und vor allem Kochen was ich selber mag.

WordPress als Eintrittskarte in die Food Blog-Welt

Als ich wieder zuhause im regnerischen Hamburg war, habe ich mich mehrere Wochen intensiv mit WordPress beschäftigt. Da ich sowieso keine Berührungsängste mit Technik habe, hatte ich schnell den Dreh heraus. Ich habe mir ein Design-Theme ausgesucht (das ist ein vorprogrammiertes Website-Layout) und die URL (die Webadresse) beantragt. Außerdem habe ich mir einen schönen Fotoapparat (eine Sony A65 DSLR) geleistet und der liebste Schwabe hat mir ein Buch über Fotografie geschenkt. Damit war auch klar, dass ich für einigermaßen gute Bilder zwei Fotoleuchten brauche.

Das richtige Konzept für einen Food Blog

Da ich als typisches „West-Coast-Girl“ in Vancouver in Kanada aufgewachsen bin, war klar, dass mein Food Blog als Hauptthema gesunde Ernährung haben wird. Seit ich 13 Jahre alt bin beschäftige ich mich mit gesunder Ernährung. Meine Nebenjobs als Kellnerin in guten Restaurants haben dieses Interesse noch verstärkt. Und da viele meiner Freundinnen und Kollegen immer erstaunt sind, wenn ich Ihnen erzähle, dass ich jeden Tag mit frischen Zutaten koche, weil sie denken, dass das doch so zeitaufwändig ist, habe ich mir gedacht: das ist mein Thema! Informationen über gesunde Ernährung und viele kreative und nährstoffreiche Rezepte, die schnell zubereitet sind.

Bloggen muss Spaß machen

Das ist die wichtigste Grundregel finde ich. Der Alltag eines Food Bloggers ist nicht immer Sonne pur. Wer einen Blog macht, ohne sich wirklich für das Thema des Blogs zu begeistern sollte es sein lassen. Man verbringt so viel Zeit damit, dass es schon Selbstkasteiung wäre, wenn, wie in meinem Fall, Kochen nicht eine Leidenschaft ist, die richtig viel Spass bringt. Es geht ja nicht nur ums Kochen selber, sondern vorab um die Recherche, das Einkaufen und danach das Fotografieren und Beschreiben.

Bloggen ist Arbeit

Wer einen Blog startet, sollte die Arbeit dafür lieben, denn es ist ein 24-Stunden-Job. Nur wer es liebt, wird sich auch die Zeit dafür nehmen. Gerade ein Food Blog ist extrem zeitaufwändig, weil neben dem Kochen auch das Photographieren dazu kommt. Euer Partner wird Euch vielleicht auch mit der Zeit schief anschauen, weil Ihr immer auf das iPhone, das Macbook und andere Gerätschaften schaut und mit Recherche oder Posten beschäftigt seid. Das Schöne beim Food Bloggen ist, dass der Partner auch etwas davon hat, weil er ein leckeres Essen auf den Tisch bekommt. Da verzeiht er einem viel.

Woher kommt die Inspiration ?

So ziemlich jede Idee für ein Rezept hat eine kleine Geschichte. Egal wo ich bin werde ich inspiriert. Das gehört auch zum Alltag eines Food Bloggers. Der Marktbesuch oder ein Restaurant stehen natürlich als Ideenlieferanten ganz oben auf der Liste. Oder mir fällt auf einmal ein Gericht von früher ein, das ich als Kind gegessen und heute nochmal neu interpretiert habe. Oder ich habe einfach Lust auf bestimmte Zutaten und fange an sie zu kombinieren.

Die schönste Quelle sind Reisen. Ich liebe es zu reisen und wenn ich in einer Stadt bin gehe ich immer in typisch, regionale Restaurants. Essen ist für mich nicht nur Nahrungsaufnahme. Es sollte immer ein Erlebnis sein! Deshalb suche ich Restaurants auch sorgfältig aus und wähle immer das etwas andere Restaurant, das gerade angesagt ist.

Und dann ist da noch das Internet. Instagram ist eine tolle Inspirationsquelle, denn da sehe ich Essen aus der ganzen Welt.

Rezepte muss ich ausprobieren

Nachdem ich mir ein Rezept ausgedacht habe muss ich es sofort ausprobieren. Normale Begleiterscheinungen sind Musik, ein Glas Wein und das totale Chaos in der Küche. Wenn ich das Gericht dann entwickle verlasse ich mich immer auf meine Intuition. Das funktioniert immer! Natürlich geht auch hin und wieder etwas schief. Damit muss ich leben. Vor allem beim Backen ist es schwierig, Elemente zu verändern. Das bedeutet, ich brauche oft drei Versuche, bis etwas klappt. Und dann ist da noch die Sache mit den Masseinheiten. Ich notiere die Mengen immer in Gramm und Cups (Tassen). Denn Elle Republic gibt es ja auch auf Englisch.

Meine schärfsten Kritiker

Bei den meisten Gerichten bin ich mein eigener Kritiker. Ich muss überzeugt sein, dass etwas gut schmeckt, sonst kommt es nicht auf das Blog. Wenn es ums Backen geht, dann verlasse ich mich auf den liebsten Schwaben und seine Kinder. Aber auch meine Kollegen und Freunde dürfen probieren und es ist mir wichtig was sie zu sagen haben. Da ich selber fast nichts Süßes esse falle ich beim Backen als Testesser aus. Kinder finde ich klasse, weil sie grausam ehrlich sind. Sie sehen nicht die Arbeit, die ich hatte, sondern der Daumen geht gnadenlos nach unten wenn sie etwas nicht mögen. Umso größer ist meine Freude, wenn sie voller Begeisterung noch ein Stück nehmen.

Was in einem Rezept drin stehen muss

1. Die Zutaten sollten in der Reihenfolge stehen, in der sie verwendet werden.Das ist Pflicht, denn der Leser hat es dann leichter, bei der Zubereitung.

2. Der Leser sollte nicht nur eine Zeitangabe bekommen, wie lange etwas kochen muss. Ich finde es besser, wenn auch dabei steht, wie etwas aussehen oder riechen muss, wenn es fertig gekocht ist. Manchmal beschreibe ich auch, wie es sich anfühlen sollte. Denn viele Öfen und Herde sind unterschiedlich und dann hilft die Zeitangabe nicht viel.

3. Ich gebe auch gerne Alternativ-Zutaten an. Vor allem bei Zutaten, die nicht so einfach zu bekommen sind. Doch in vielen Fällen muss ich auf der Original-Zutat bestehen, damit der Geschmack so wird, wie ich es möchte :-)

4. Ich finde es auch wichtig, dem Leser zu sagen, wo er bestimmte, ausgefallene Zutaten herbekommt. Dafür ist das Internet ja so gut. Ich kann einfach einen Link zu Amazon oder einem anderen Shop platzieren und das Problem ist gelöst. Das gilt natürlich nicht für frische Ware. Wenn ich online einkaufe, bestelle ich meist größere Mengen, damit es günstiger wird. Doch je ausgefallener eine Zutat ist, weil sie vielleicht in Deutschland noch nicht so häufig gekauft wird (zum Beispiel Kakao Nibs), desto teurer ist sie. Doch sobald ein Trend einsetzt, wird es auch billiger.

Wichtige Punkte für jeden, der einen Food Blog starten möchte

  • Ein Food Blog ist eine tägliche Herausforderung und damit meine ich nicht das Kochen. Es gibt ein paar Begleiterscheinungen, mit denen muss ein Food Blogger klar kommen.
  • Nicht jeder findet die Rezepte oder Bilder gut und das schreiben einem die Leser auch. Das muss man abkönnen. Ich finde es aber gut, dass nicht alle Menschen gleich sind und unterschiedliche Geschmäcker haben. Sonst wäre es doch langweilig.
  • Ihr macht vielleicht 10 Erdbeer-Muffins bevor das Ergebnis passt. Ihr macht 142 Fotos von ein und demselben Muffin und keins sieht gut aus.
  • Häufig findest Du Dein Bild oder Dein Rezept auf einer anderen Website wieder. Menschen klauen im Internet den Content. Damit müsst Ihr klar kommen oder einen Anwalt beauftragen (mir ist das zu aufwändig). Doch ich finde, dass ist auch ein Kompliment.
  • Eine Wetter-App ist Euer bester Freund. Oft genug habe ich auf einen sonnigen Tag gehofft, um ein perfektes Bild zu bekommen. Doch es gibt eben auch viele Regentage. Dafür habe ich dann die Fotolampen, die aber natürliches Sonnenlicht nicht wirklich ersetzen können.
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist ein Muss. Google ist voll mit Rezepten. Um da in der Liste vorne zu stehen, um gefunden zu werden müsst Ihr ein paar SEO-Grundregeln beachten (die findet Ihr auch bei Google). Doch das braucht Zeit. Einfach drauf los schreiben ist keine gute Idee. Dasselbe gilt für das Posten in sozialen Netzwerken. Ihr müsst selber Werbung für Euren Food Blog machen. Auch das braucht Zeit und bedeutet Arbeit.

Und warum mache ich nun einen Food Blog? Weil es mir unglaublich viel Spaß macht. Ich lerne jeden Tag dazu und freue mich sehr wenn mir Leser schreiben. Es gibt nichts Besseres als Menschen, die meine Arbeit zu schätzen wissen und mir für meine Rezepte danken. Diese Bestätigung ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Ich kann es jedem empfehlen, einen Food Blog zu starten, der am Kochen so viel Spaß hat wie ich.

Doch auch ich bin immer offen für Verbesserungen. Wenn Ihr mir Anregungen oder Feedback habt, was ich besser machen könnte, freue ich mich über jeden Kommentar.

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3 Kommentare

  1. Dass dein Schwabe dich zum Bloggen motiviert hat, finde ich echt besonders! Meist sind es ja doch die Frauen, die von sich aus meinen, dass sie einen Ort im Internet für ihre kreativen Einfälle brauchen…

    Wie wundervoll WordPress ist, merke ich selbst seit Anfang Juni auch, denn da habe ich endlich den Umzug dorthin gewagt -und ihn bisher keine Sekunde bereut. Und auch so eine DSLR ist wirklich klasse – denn mit brauchbaren Fotos macht das Bloggen einfach mehr Spaß. Daher bin ich inzwischen fast froh, dass mir meine Digitalkamera im Januar 2015 runter gefallen ist, sodass Ersatz her musst ;)
    Dein Konzept liebe ich übrigens, da ich mich seit ca. einem Jahr auch für gesunde Ernährung interessiere und immer mehr selbst koche :)

    Dass du dir so viel Mühe mit den Rezepten gibst und sowohl Cups als auch Gramm angibst, finde ich klasse. Denn ich mag es gar nicht, wenn mir ein Rezept lecker erscheint, aber nur Cup-Angaben hat, die ich nicht selbst umrechnen kann :( Was du alles in deinen Rezepten drin stehen hast, finde ich auch gut. Selten findet man so wertvolle Tipps und genaue Angaben, obwohl die gerade für Leute wie mich, die noch wenig Erfahrungen haben, wichtig sind.

    Spaß am Kochen und Backen (und Essen) habe ich zwar auch, aber aus mir wird so schnell kein Food-Blogger ;) Vielleicht schreibe ich demnächst mal einen Post dazu, warum das so ist, das wäre vielleicht auch unterhaltsam – dazu hast du mich nämlich gerade hiermit inspiriert.

    Liebe Grüße

    • Liebe Tabea, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Toll, dass Du Dich auch für gesunde Ernährung interessierst. Je früher man damit anfängt, desto besser :-) Ich freue mich auch, dass Dir mein Konzept so gut gefällt. Gibt es irgend etwas, was Du Dir noch wünschst, was auf Elle Republic erscheinen soll? Liebe Grüße Elle

  2. Pingback: So bloggen wir! Was die Bloggerwelt denkt - in 61 O-Tönen

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